# Eine weitere Studie bestätigt Athletic Carnivore: Metabolische Flexibilität vor dauerhafter Ketose!
**von Laurent Glatz – für Athletic Carnivore**
Muss man unbedingt in Ketose bleiben, um einen leistungsfähigen Stoffwechsel zu haben? Und könnte diese Fixierung manchen Sportlern sogar im Weg stehen, ihr volles Muskelpotenzial auszuschöpfen?
Seit Jahren vertritt Athletic Carnivore ein einfaches Prinzip: **Unser Körper sollte in der Lage sein, Fette, Glukose oder beides je nach Energiebedarf zu nutzen.**
Eine neue Studie, veröffentlicht am 6. Oktober 2026 in der renommierten Fachzeitschrift *PNAS*, bestätigt die physiologischen Mechanismen, auf denen dieser Ansatz beruht.
Eine Studie, die die Muskelstoffwechsel-Funktion ins Zentrum rückt
Die Forscher Jeffrey Rothschild, Anna Katharina Dunst, Jessie Axsom, Henning Wackerhage und Hermann Heck untersuchten, wie Muskeln ihre Energie erzeugen.
Ausgehend von einem mathematischen Modell, das Alois Mader 1984 entwickelte, erstellten sie eine Software namens *MetaboliSim*, die die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen muskulären Energiesystemen simuliert.
Ihre Simulationen wurden mit zehn bekannten physiologischen Phänomenen abgeglichen, darunter Fettverbrennung, Laktatveränderungen und die Auswirkungen der Intensität auf die Energieproduktion.
**Ergebnis: Alle zehn Phänomene konnten qualitativ reproduziert werden.**
Das Prinzip wird klar: Bei geringer Intensität können Muskeln einen großen Anteil an Fetten verbrennen. Steigt die Belastung, greifen sie verstärkt auf Glukose und ihre Glykogenspeicher zurück. Mehrere Energiesysteme arbeiten gleichzeitig.
Unser Körper verfügt also nicht über eine einzige Energiequelle, sondern passt deren Nutzung flexibel an den Bedarf an.
Warum sollte man dauerhaft in Ketose bleiben wollen?
Hier werden manche ketogene Aussagen fragwürdig.
Ketose bezeichnet einen Zustand der Produktion und Verfügbarkeit von Ketonkörpern. Sie allein beschreibt nicht unsere gesamte Fähigkeit zur energetischen Anpassung.
Unser Körper kann in Ketose gehen, sie verlassen und wieder eintreten, je nach physiologischen Bedingungen. Mehr Glukose während der Belastung zu nutzen bedeutet nicht automatisch, die Ketose zu verlassen.
**Wahre metabolische Flexibilität ist nicht die Fähigkeit, Ketone maximal aufrechtzuerhalten, sondern die effiziente Mobilisierung verschiedener verfügbarer Brennstoffe.**
Diese Unterscheidung ist besonders für Sportler wichtig.
Warum Athletic Carnivore jetzt Dextrose in bestimmten Sportarten empfiehlt
Betrachten wir einen Sportler, der vier- bis sechsmal pro Woche intensiv trainiert.
Jede anspruchsvolle Einheit verbraucht einen Teil seiner muskulären Glykogenspeicher. Wenn die Trainings aufeinander folgen und die Erholung unzureichend ist, können diese Reserven allmählich schrumpfen.
Der Körper kann Glukose auch ohne direkte Nahrungszufuhr herstellen, etwa durch Neoglukogenese. So lässt sich Glykogen auch bei sehr kohlenhydratarmer Ernährung wieder auffüllen.
**Doch diese Fähigkeit garantiert nicht immer eine schnelle Regeneration, wenn die Belastungen besonders intensiv, lang oder dicht aufeinander folgen.**
Genau deshalb sieht Athletic Carnivore Dextrose als sinnvolles Werkzeug für bestimmte Sportlertypen.
Dextrose ist einfach D-Glukose. Sie stellt eine direkt verfügbare Glukosequelle dar, die keine vorherige Verdauung komplexer Kohlenhydrate benötigt.
Während langer oder intensiver Belastungen eingenommen, liefert sie sofort nutzbare Glukose, unterstützt die Energieverfügbarkeit und schont teilweise die Glykogenspeicher.
Eine Meta-Analyse aus dem Januar 2026 im *Journal of Applied Physiology*, an der auch Jeffrey Rothschild beteiligt war, fasste 31 Studien zusammen. Sie zeigte eine moderate, aber statistisch signifikante Einsparung von Muskelglykogen bei Kohlenhydrataufnahme während längerer Übungen.
**Das Ziel ist also nicht, den ganzen Tag Glukose zu konsumieren, sondern sie gezielt bei erhöhtem Muskelbedarf bereitzustellen.**
Und wie verhält sich Insulin dabei?
Hier liegt ein besonders interessantes Prinzip.
In Ruhe spielt Insulin eine zentrale Rolle beim Glukoseeinstrom in die Muskeln.
Während der Belastung aktivieren Muskelkontraktionen jedoch auch den Glukosetransport, insbesondere über GLUT4-Transporter, durch Mechanismen, die nicht direkt von Insulin abhängig sind.
Der aktive Muskel kann so deutlich mehr Glukose aufnehmen als in Ruhe.
Das bedeutet nicht, dass Dextrose keine Insulinreaktion auslöst. Es bedeutet, dass **der physiologische Kontext der Glukoseaufnahme deren Nutzung stark verändert.**
Deshalb kann eine gezielte Zufuhr während des Trainings sinnvoller sein als eine willkürliche Aufnahme ohne Bezug zum Energiebedarf.
Dextrose während der Belastung ersetzt jedoch nicht automatisch eine ausreichende Ernährung zur Erholung nach dem Training.
Leistung vor Ernährungsdogma
Bei Athletic Carnivore betrachten wir Dextrose nicht als für alle Sportler unverzichtbar.
Eine kurze Einheit, ein Spaziergang oder moderates Training stellen andere Anforderungen als ein Ausdauerwettkampf, ein besonders umfangreiches Krafttraining oder mehrere intensive Einheiten in kurzer Folge.
Die Strategie muss also vom Sport, der Intensität, der Dauer, den verfügbaren Reserven und der Erholung abhängen.
**Glukose ist kein Feind der Fette. Ketose ist kein Muss. Und Dextrose widerspricht nicht unserem metabolischen Ansatz.**
Diese PNAS-Veröffentlichung zeigt nicht direkt die Effekte von Dextrose oder Ketose-Schwankungen. Sie bestätigt jedoch den zentralen Grundsatz: Der Muskelstoffwechsel ist dynamisch und passt seine verschiedenen Energiewege an die Belastung an.
Genau diese Logik leitet unser Denken.
Das wahre Ziel ist nicht, in einem Stoffwechselzustand gefangen zu bleiben, sondern dem Körper zu ermöglichen, seine Bedürfnisse effektiv zu erfüllen.
**Und Sie: Wollen Sie wirklich Ihren Stoffwechsel optimieren oder nur um jeden Preis in Ketose bleiben?**
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Wissenschaftliche Quellen
**Rothschild et al. (2026).** *The Mader model of muscle energy metabolism simulates key metabolic exercise phenomena.* PNAS, 123(40).
https://doi.org/10.1073/pnas.2525555123
**Rothschild et al. (2026).** *Carbohydrate ingestion during prolonged exercise and net skeletal muscle glycogen utilization: a meta-analysis.* Journal of Applied Physiology, 140(1), 76–87.
https://doi.org/10.1152/japplphysiol.00861.2025
**Richter, Bilan und Klip (2025).** *A comprehensive view of muscle glucose uptake: regulation by insulin, contractile activity, and exercise.* Physiological Reviews.
https://doi.org/10.1152/physrev.00033.2024
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